1. Was ist die Taufe?

Die Taufe ist ein Sakrament, in dem der Mensch vom Sünde gestorben wird und ein neues Leben in Christus empfängt.

Die Taufe ist der Beginn des Weges zum Heil und das Eintrittsritual in den Leib Christi — die Kirche. Durch die Taufe wird der Mensch mit Christus verbunden, wird Mitglied der Kirche und erhält die Möglichkeit, an den Sakramenten teilzunehmen.
Die Taufe wird einmal im Leben empfangen und markiert den Beginn des christlichen Lebens.

Die Heilige Schrift sagt dazu deutlich:

„Geht hin und macht alle Völker zu Jüngern, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes…“ (Mt 28,19–20)
„Wir sind mit Ihm durch die Taufe in den Tod begraben, damit, wie Christus von den Toten auferweckt wurde… so auch wir in einem neuen Leben wandeln“ (Röm 6,4)
„Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden“ (Mk 16,16)

Leben nach der Taufe

Die Taufe ist kein Ziel, sondern ein Anfang. Es ist der erste Schritt eines Christen. Nach der Taufe beginnt das Leben in Christus: Gebet, Teilnahme an den Sakramenten, Kampf gegen die Sünde, Veränderung des Lebens und Vertrauen zu Gott.

Das Sakrament der Taufe erfordert eine Fortsetzung im regelmäßigen Empfang der Eucharistie (Kommunion). Ohne dies verliert die Taufe mit der Zeit ihren Sinn. Der Mensch wird getauft, um in der Eucharistie zu leben.


2. Wer sind die Paten?

Ein Kind kann nicht selbstverantwortlich den Glauben bekennen oder seine Zugehörigkeit zu Christus und Seiner Kirche bestätigen.
Deshalb übernehmen dies die Eltern und Paten, die vor Gott die Verantwortung für das geistliche Leben und die Erziehung des Kindes in der Kirche tragen.

Paten sind nicht nur formale Zeugen, sondern geistliche Begleiter auf dem Weg zu Christus.

Paten können sein:
  • orthodoxe Christen über 17 Jahre

  • Menschen, die ein kirchliches Leben führen (regelmäßig an Gottesdiensten und Sakramenten teilnehmen)

  • bereit sind, sich vor der Taufe zu bekennen und zu kommunizieren

Paten können nicht sein:
  • Personen anderer Konfessionen oder Religionen (Katholiken, Evangelische, Muslime etc.)

  • Ehemann und Ehefrau gemeinsam für dasselbe Kind


3. Was muss vor der Taufe getan werden?

(verpflichtend für Eltern und Paten)

Diese Schritte müssen VOR dem Katechese-Gespräch und VOR der Terminabsprache erfüllt werden:

  1. Regelmäßig zum Gottesdienst kommen
    Die Taufe ist ohne kirchliches Leben nicht möglich. Eltern und Paten sollen regelmäßig an den Gottesdiensten teilnehmen und am Leben der Kirche teilhaben.
  2. Das Glaubensbekenntnis lesen und verstehen
    Das Glaubensbekenntnis (Symbol des Glaubens) ist ein kurzer Ausdruck dessen, woran die orthodoxe Kirche glaubt. Es ist wichtig, den Sinn zu verstehen, nicht nur den Text zu lesen.
  3. Mindestens ein Evangelium lesen (Matthäus, Markus, Lukas oder Johannes)
    Damit man versteht, wer Jesus Christus ist, was Er lehrt und welches Leben Er vom Christen erwartet.
  4. Die grundlegenden Gebote Gottes kennen
    Der christliche Glaube ist nicht nur eine Überzeugung, sondern ein Lebensstil. Eltern und Paten sollen die Gebote kennen und bestrebt sein, danach zu leben.
  5. Beichte und Kommunion empfangen
    Eltern und Paten bereiten sich auf die Taufe des Kindes vor durch das Sakrament der Beichte und der Kommunion — ein wichtiger Schritt der persönlichen Umkehr zu Gott.

 


4. Katechese (Vorbereitungsgespräch)

Erst nach Erfüllung der oben genannten Schritte findet ein Vorbereitungsgespräch (Katechese) mit dem Priester statt.

In diesem Gespräch:

  • wird der Sinn der Taufe erklärt

  • wird der Glaube der Kirche besprochen

  • wird die Verantwortung der Eltern und Paten vor Gott erläutert

Dies ist keine Wissensprüfung oder Formalität, sondern ein Dienst und eine Fürsorge der Kirche.

Wenn ein getauftes Kind nach der Taufe nicht am kirchlichen Leben teilnimmt und nicht an der Eucharistie teilnimmt, liegt die Verantwortung dafür vor Gott bei den Eltern und Paten.

 


5. Was muss man zur Taufe mitbringen?

  • orthodoxes Kreuz, Taufhemd (kann auch in Kirchentheke erworben werden), ein Handtuch, Wechsel‐Schuhe (z. B. Sandalen)

  • Für Säuglinge zusätzlich: große Wickeltücher, Wechselkleidung, Socken und Mütze (je nach Jahreszeit)


6. Wann wird die Taufe gespendet?

Die Taufe wird in Absprache mit dem Priester nach der Vorbereitung und dem Katechese-Gespräch gespendet.
Bitte wählen Sie den Termin nicht eigenständig, bevor die Vorbereitung abgeschlossen ist.


7. Was kostet die Taufe?

Die Sakramente der Kirche haben keinen festen Preis. Die Taufe wird umsonst empfangen, als Gabe der göttlichen Gnade. Die Kirche und die Gemeinde existieren jedoch auf freiwillige Spenden der Gläubigen.

Nach der Taufe können Sie, nach eigenem Gewissen und Möglichkeiten, dem zelebrierenden Priester eine Spende als Zeichen der Dankbarkeit und als Beteiligung am Gemeindeleben geben.

📌 Telefon und E-Mail des Priesters sind auf der Seite „Kontakt“ angegeben.