Beichte: Vorbereitung und Ablauf
Zum ersten Mal oder nach einer längeren Pause? Hier finden Sie die Beichtzeiten unserer Gemeinde, Hinweise zur Vorbereitung und den Ablauf.
Wann kann ich beichten?
Die Beichte findet samstags und an Vorabenden von Festtagen vor, während und nach der Vigil statt. Die genauen Zeiten stehen im Gottesdienstplan.
Vor der Liturgie ist die Zeit begrenzt. Für die erste Beichte oder nach einer längeren Pause kommen Sie möglichst am Vorabend. Wenn Sie ein längeres Gespräch brauchen, vereinbaren Sie bitte vorher einen Termin.
Gottesdienstplan ansehenWas ist die Beichte?
Die Beichte ist das Sakrament der Buße. Ein Christ bekennt vor Gott in Gegenwart des Priesters aufrichtig und mit Reue seine Sünden und empfängt Vergebung durch den Herrn Jesus Christus.
Die Beichte dient der Reinigung des Gewissens, der Versöhnung mit Gott und der geistlichen Heilung. Sie eröffnet den Weg zu einem neuen Leben in Christus.
Der Priester ist nicht Ihr Richter, sondern Zeuge Ihrer Reue.
Der Herr erwartet Ihre Rückkehr mit Liebe und Barmherzigkeit.
Christus ruft zur Umkehr, denn das Himmelreich ist nahe (vgl. Mt 4,17).
Wie bereite ich mich vor?
- Beginnen Sie mit dem GebetLesen Sie den Bußkanon zu unserem Herrn Jesus Christus aus dem Gebetbuch. Bitten Sie auch die allheilige Gottesgebärerin um Hilfe; Sie können den Kanon zu ihr beten. Gebete sind keine Formalität, sondern helfen der Seele im Gespräch mit Gott.
- Betrachten Sie Ihr Leben ehrlich und in RuheDenken Sie über Ihr Leben seit der letzten Beichte nach. Bei der ersten Beichte können Sie bei Kindheit oder Jugend beginnen. Kurze Notizen helfen, nichts zu vergessen. Sie sind für Sie selbst; schicken Sie sie nicht vorher per E-Mail oder Messenger.
- Prüfen Sie Ihr GewissenSchauen Sie auf Ihr eigenes Herz und Handeln, nicht auf andere. Rechtfertigen Sie sich nicht. Benennen Sie die Sünde einfach und klar, ohne unnötige Einzelheiten. Die Gebote Gottes können Ihnen dabei helfen.
- Machen Sie sich bereit, vor Gott zu stehenReue ist mehr als eine Liste von Verfehlungen: Sie bedeutet Schmerz über die Trennung von Gott und den Wunsch, das Leben zu ändern. Die Beichte ist eine persönliche Begegnung mit Christus. Gott erwartet unsere Umkehr, um uns zu vergeben.
Worüber spreche ich in der Beichte?
Die folgenden Bereiche aus dem Flyer unserer Gemeinde helfen bei der Gewissenserforschung. Sie sind keine Liste, die Sie vollständig vorlesen müssen. Sprechen Sie über Ihre eigenen Sünden, die Sie bereuen. Tippen Sie auf einen Bereich, um ihn zu öffnen.
Sünden gegen Gott
Was uns vom Schöpfer entfernt.
- Ohne Gebet und Hinwendung zu Gott leben; nicht an Gottesdiensten und Sakramenten teilnehmen.
- Das Fasten vernachlässigen, im Glauben zweifeln, gegen Gott murren und ihm die Schuld an Unglück geben.
- Gottes Namen gedankenlos gebrauchen, Gott lästern oder sich vor anderen seines Glaubens schämen.
- Wahrsagerei, Horoskope, Tarot sowie die Hinwendung zu magischen Praktiken oder sogenannten Geistheilern.
Sünden gegen den Nächsten
Was dem Gebot der Nächstenliebe widerspricht.
- Andere verurteilen, schlecht über sie reden, Gerüchte verbreiten und verleumden.
- Zorn, Gereiztheit, nachgetragene Kränkungen und Rache.
- Lüge, Schmeichelei, Heuchelei und Neid.
- Pflichten in der Familie und die Sorge für andere vernachlässigen; Hilfe verweigern.
- Grausamkeit, Gleichgültigkeit und die Demütigung anderer durch Worte oder Taten.
Sünden gegen sich selbst
Was Seele und Leib schadet.
- Selbstbezogenheit, Hochmut und der Wunsch, im Mittelpunkt zu stehen.
- Eitelkeit, das Streben nach Lob und zur Schau gestellte Frömmigkeit.
- Überheblichkeit, Verachtung anderer, Rechthaberei und die Weigerung, Fehler einzugestehen.
- Abhängigkeit von der Meinung anderer; Menschen statt Gott gefallen wollen.
- Trägheit, Müßiggang und Gleichgültigkeit gegenüber dem eigenen Heil; sich geistlicher Mutlosigkeit, Verzweiflung und Selbstmitleid überlassen.
- Übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen und anderes gesundheitsschädliches Verhalten.
- Unreine Gedanken, Worte und Taten; Leidenschaften und Wünschen ohne Maß nachgeben.
- Vergnügen mehr suchen als Gott.
Alltägliche Sünden und Nachlässigkeit
Häufige Abweichungen vom geistlichen Leben.
- Zerstreut und ohne Aufmerksamkeit beten.
- Zeit mit Müßiggang, leeren Gesprächen und übermäßiger Unterhaltung verbringen.
- Übermäßige Bindung an das Telefon, Serien und das Internet.
- Vergessen, Gott zu danken, und ständig über das Leben klagen.
- So leben, als wäre Gott nicht gegenwärtig.
Wie läuft die Beichte ab?
- Treten Sie zum PriesterSagen Sie, wenn Sie zum ersten Mal kommen. Er hilft Ihnen beim Ablauf.
- Bekreuzigen Sie sich vor dem Evangelienbuch und dem Kreuz
- Bekennen Sie Ihre SündenSprechen Sie aufrichtig, ohne sich zu rechtfertigen oder anderen die Schuld zu geben.
- Hören Sie den geistlichen Rat anWenn es nötig ist, gibt Ihnen der Priester eine Wegweisung.
- Neigen Sie den KopfDer Priester liest das Lossprechungsgebet.
- Küssen Sie das Kreuz und das Evangelienbuch
- Empfangen Sie den Segen des Priesters
Beichte und Kommunion
Vorbereitung auf die Kommunion: Fasten, Beichte und Gebet
Es sind unterschiedliche Sakramente. Besprechen Sie die Vorbereitung auf die Kommunion sowie Fragen zu Gebet und Fasten mit dem Priester entsprechend Ihrer Situation. Eine Beichte findet nicht per Nachrichtenaustausch statt.
Die Beichte empfangen getaufte orthodoxe Christen. Wenn Sie noch nicht getauft sind oder einer anderen Konfession angehören, beginnen Sie mit den Informationen zur Taufe und einem Gespräch mit dem Priester.
Zum ersten Mal oder nach einer längeren Pause?
Vereinbaren Sie vorher einen Termin, wenn Sie ein längeres Gespräch brauchen. Bei der Beichte dürfen Sie offen sagen, dass Sie den Ablauf nicht kennen oder aufgeregt sind.
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